Buchmarketing: Facebook-Werbung

Postet man bei Facebook Dinge auf seiner Seite, wird das Unternehmen nicht müde, einen darauf hinzuweisen, dass man bei Bewerbung eines bestimmten Artikels soundso viele Leute mehr erreichen kann, als man es bisher getan hat.

Nach Veröffentlichung meines letzten Buches machte ich die Probe aufs Exempel und habe zwei meiner Beiträge von Facebook bewerben lassen. Mit ernüchterndem Ergebnis. Aber der Reihe nach.

Für ein überschaubares Budget von 7€ für sieben Tage wurden die Beiträge beworben, ausgewählt wurden passende Zielgruppen, damit die Anzeigen nicht wahllos verheizt werden. In meinem Fall waren das:
Männer und Frauen, im Alter von 18 bis 65+, wohnhaft in 1 Standort, mit 8 Interessen.
Ort - Wohnhaft in: Deutschland
Alter:18 - 65+
Personen mit diesen Merkmalen:
Interessen: Mystery, E-Books, Literatur, Belletristik, Sachbücher, Zeitschriften, Bücher oder Zeitungen

Das hörte sich für mich erst einmal plausibel an, angezeigt wird dann noch, wie viele Personen man (unter Berücksichtigung von Budget und Laufzeit) damit potenziell erreicht, was zum Teil schon echt gut aussieht, aber kontrollieren kann man es ja eh nicht (s. auch die Randnotiz am Ende des Beitrags).

Ergebnis
Bei der ersten Promotion wurden angeblich 913 Personen erreicht (das wird wohl heißen, dass diesen die Werbung angezeigt wurde, geklickt haben ... fünf.
Bei der zweiten Kampagne waren es 829 erreicht Personen, geklickt haben ... fünf.
Ich habe also 14€ dafür ausgegeben, dass zehn Leute (von ca. 1.750!) auf die Anzeige klicken und zu dem Artikel auf meiner Seite geleitet werden. Einen Verkauf habe ich dadurch allerdings noch nicht generiert, sondern erst einmal nur ein (vorübergehendes) Interesse an dem Artikel.

Fazit
Zweimal und nie wieder. Im Werbezeitraum konnten weder erhöhte Verkäufe noch steigende Besucherzahlen meiner Website ausgemacht werden, das Geld war also schlichtweg verschenkt.


Mangelnde Geschäftstüchtigkeit kann man Facebook allerdings nicht vorwerfen: Im Anschluss an gelaufene Kampagnen wird man immer wieder an weitere Werbung erinnert. Klickt man einmal darauf (ohne tatsächlich eine Anzeige zu schalten), gibt es zusätzlich Hinweise, wie z.B. "Wenn du das Bewerben deines Beitrags fertigstellt, sehen ihn bis zu 5000 Personen im Newsfeed." Weitere Erinnerungen und Lockangebote ("Wir geben dir 10€ Rabatt...") folgen auf dem Fuß.


Und noch eine Randnotiz, die meine Entscheidung festigt: Die Reichweitenangaben bei Facebook scheinen nicht besonders realistisch zu sein, wie heise.de festgestellt hat, zum Teil wurden von Facebook weit über 100% der tatsächlich möglichen Gruppengröße als Reichweite versprochen. Wenig überraschend (und wenig überzeugend) hat Facebook widersprochen.

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Dieses Zitat ist offenbar nicht von Kafka